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Thema:Datensch(m)utzÜbersicht 
Datum: 1. Dez 2006, 21:46  [114132]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  ich würde mal so sagen: Die viel kritisierte Stasi war ja eine Rotte
  Waisenknaben gegen das, was zur Zeit in Sachen Datensammeldebatte abläuft.

  Ich fände es persönlich zwar sehr schade, wenn es bewaffneten Widerstand
  dagegen gäbe. Andererseits bin ich mir selbst nicht mehr so sicher, was es
  eigentlich an unserer Demokratie noch zu verteidigen gibt, wenn jeder
  bespitzelt, abgehört, registriert und abgestempelt wird und zwar vollkommen
  unabhängig, ob er mit dem Gesetz bisher in Konflikt geraten ist oder nicht.

  Leider gibt es keine mir bekannte Partei, die irgendetwas in Sachen
  Datenschutz vertritt. Aus diesem Grund habe ich auch beschlossen, mich in
  Zukunft in die Reihe der Nichtwähler einzugliedern. Was soll eigentlich noch
  schlimmer werden? Es handelt sich bei "Datenschutz" eben nicht um ein
  Problem, dem man sich mal so am Rande widmen kann, sondern ist einer der
  Tragpfeiler unserer Gesellschaft. Wir haben, um es einfach zu sagen sowieso
  schon eine Diktatur der Industrie und der "Sicherheitspolitiker", insofern
  haben wir in Europa seit 2001 einen gewaltigen Schritt in Richtung USA
  gemacht.

  Und jetzt noch ein bißchen unvermeidlichen Populismus:

  Die Kinder werden auch immer fetter und brauchen, nachdem sie tonnenweise
  Cola und Chips gefressen haben, teure Diätkuren, die sicherlich von
  meiner Krankenkasse finanziert werden, denn die AOK hat dafür eh' kein Geld.
  Auch wieder ein Stück USA. Vielen Dank dafür.

  Übrigens, diese Personenkennziffer gibt es seit Jahrzenhten in der Schweiz.
  Die finden das da normal. Die Schweiz finden allerdings die wenigsten Leute
  normal, das ist aber nicht so schlimm, denn Deutschland geht den goldenen
  Mittelweg: Alles, was überwachungsmäßig möglich ist, wird aus den USA
  übernommen, alles, was Bürgerrechte einschränkt, wird aus aller Welt
  adoptiert, solange es nur entmündigend genug ist. Das ist eben deutsche
  Gründlichkeit, dafür sind wir ja international berühmt!

 

Thema:Bürger macht die Arschbacke frei! ...Übersicht 
Datum: 1. Dez 2006, 18:07  [114131]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
... Wir wollen Euch gar nicht in den Hintern treten, aber jetzt
wird auch für Euch alles einfacher, ihr bekommt eine Viehnummer
eingebrannt, damit wir euch besser finden können.

-=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=-

Die Personenkennzahl (PKZ) wurde in der DDR am 1. Januar 1970
eingeführt. Damit verbunden war die Errichtung der Zentralen
Personendatenbank ab 1972 in Berlin-Biesdorf. Aufgabe der ab 1984
voll funktionsfähigen Datenbank war es, Personendaten des Zentralen
Büros für Personenangelegenheiten zu sammeln und zu speichern. Ab
1970 Geborenen wurde die Personenkennzahl bei einem Eintrag in das
Melderegister zugeteilt, älteren Personen per Postkarte zugeschickt.
In vielen Verwaltungen wurde die PKZ als Schlüssel für persönliche
Daten wie Krankendaten oder Stasi-Tätigkeit benutzt. [...]

Die BRD plante die Einführung eines Personenkennzeichens (PKZ); zum
Beispiel war geplant, mit dem Bundesmeldegesetz ab 1973 eine
einheitliche PKZ für jeden Deutschen sowie alle im
Ausländerzentralregister erfassten Ausländer bzw. im Ausland lebende
wiedergutmachungsberechtigte Ausländer eingeführt werden um
Verwaltungsvorgänge zu rationalisieren. (Vgl. Steinmüller: EDV und
Recht, 1970, S. 78)

*Das Vorhaben wurde verworfen, da der Rechtsausschuss des Deutschen*
*Bundestages 1976 feststellte, dass ,die Entwicklung, Einführung*
*und Verwendung von Nummerierungssystemen, die eine einheitliche*
*Nummerierung der Bevölkerung im Geltungsbereich dieses Gesetzes*
*ermöglicht, unzulässig ist". Diese Feststellung stützte sich auf*
*das Mikrozensusurteil des BVerfG von 1969*, BverfGE 27,1 -
Mikrozensus. 16. Juli 1969.

Nicht-(c) Wikipedia.de

-=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=--=-
--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:SPD weiter auf dem Marsch zum faschistischen ÜberwachungsstaatÜbersicht 
Datum:27. Nov 2006, 18:35  [114129]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
"Der beste Datenschutz ist Datenvermeidung [...]

Die datenschutzfreundliche Rechtslage [aber] könnte sich grundlegend
ändern, wenn die von *Bundesjustizministerin Brigitte Zypries*
geplante Datenspeicherung auf Vorrat in Gesetzesform gegossen wird.
Ein rund zweihundert Seiten starker Gesetzentwurf wurde kürzlich
vorgelegt. Er basiert auf einer EU-Richtlinie und sieht die
verdachtsunabhängige Speicherung sämtlicher Verkehrs- und
Standortdaten vor, die beim Telefonieren über Festnetz oder Handy
und beim Surfen anfallen. [...]"

*Komplette Nachricht*:
 http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,4078913,00.html


Alle, die nicht unmittelbar einsehen, wie extrem diese
Gesetzesentwürfe sind, bitte ich sich dasselbe für seine Briefe
vorzustellen:

   In Zukunft muss jeder, ausnahmslos jeder Brief eines
   Bundesbürgers, egal welchen Inhalts und mit welchem
   Empfänger, bei einer Behörde registriert werden,
   bevor er an den Empfänger ausgeliefert wird.

   Registriert werden Absender, Empfänger und Versanddatum.

   Briefe werden nur noch zugestellt, wenn sie derart
   registriert werden.


Im Prinzip halte ich es allmählich nicht mehr für ausgeschlossen,
dass es bald wieder allerhand Leute gibt, die es für geboten halten,
bewaffnet Widerstand zu leisten.
--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:Re: ÜberwachungsstaatÜbersicht 
Datum:17. Nov 2006, 01:51  [114125]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Ich bin erschrocken, daß es im Vereinigten Königreich wirklich schon auf je 14
Einwohner eine Überwachungskamera geben soll.  Ich weiß nicht, wäre es nicht
an der Zeit, in Panik zu geraten?

 

Thema:ÜberwachungsstaatÜbersicht 
Datum:10. Nov 2006, 23:49  [114117]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  das Eklige daran ist, dass es niemanden mehr überrascht, wenn es in der
  westlichen Welt "Überwachungssataaten" gibt. Deutschland hat dafür ja
  auch die nötigen Weichen gestellt.

  Ich frage mich eigentlich, was noch die ganzen Stasi- Diskussionen sollen.
  Wir sind ja längst wieder da.

  Im Prinzip wäre es jetzt volkswirtschaftlich sinnvoll, die Stasi- Schergen
  zu rehabilitieren und von ihrem Wissen zu profitieren. Wir müssen einfach
  Geld sparen, und warum sollten wir das Know- How teuer aus den USA oder aus
  GB einkaufen? Das können wir doch selbst, und so bleibt die Kohle im
  Konzern!

 

Thema:UEberwachungsstaat GrossbritannienÜbersicht 
Datum: 4. Nov 2006, 16:02  [114115]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
"Grossbritannien ist auf dem Weg zum Ueberwachungsstaat. So sieht es
jedenfalls die neue britische Studie "Bericht ueber eine Gesellschaft unter
Ueberwachung", die ein Wissenschaftler-Netzwerk am Donnerstag
veroeffentlichte. Grossbritannien habe 4,2 Millionen Ueberwachungskameras
installiert, auf 14 Briten komme eine. Damit sei Grossbritannien fuehrend in
der westlichen Welt. Kameras, Analysen des Konsumverhaltens, Telefon- und
Internetueberwachung seien staendig praesent, so die Studie."

Kompletter Artikel auf der Site des Heute-Journals:

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/23/0,3672,3997015,00.html

 

Thema:Breite Ahnungslosigkeit ueber SozialleistungenÜbersicht 
Datum:26. Okt 2006, 17:12  [114113]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Eine Rede, die der Sozialwissenschaftler Rainer Roth Mitte letzten
Jahres hielt, verdeutlich den auch heute noch herrschenden Grad der
Unwissenheit bzw. den Grad der von Regierungsseite betriebenen und
befoederten Missinformation ueber die tatsaechlichen Inhalte und
Auswirkungen der bundesdeutschen Sozialpolitik der letzten Jahre.

Kurz und leichtfig nennt Rainer Roth Beispiele aus einer Befragung
von 424 Personen (FH Frankfurt).  Zitat: "Es gibt eine starke
Tendenz, zu ueberschaetzen, wie sozial der Staat ist."

DER KOMPLETTE TEXT:
http://www.dgb-bw.de/sixcms/detail.php?id=13873

--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, ausser, wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:Breite Ahnungslosigkeit über SozialleistungenÜbersicht 
Datum:26. Okt 2006, 16:39  [114128]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Eine Rede, die der Sozialwissenschaftler Rainer Roth Mitte letzten
Jahres hielt, verdeutlich den auch heute noch herrschenden Grad der
Unwissenheit bzw. von Regierungsseite betriebenen und beförderter
Desinformation über die tatsächlichen Inhalte und Auswirkungen der
sozialpolitischen Maßnahmen der letzten Jahre.

Kurz und leichtfüßig nennt Rainer Roth Beispiele aus einer Befragung
von 424 Personen (FH Frankfurt).  Zitat: "Es gibt eine starke
Tendenz, zu überschätzen, wie sozial der Staat ist."

DER KOMPLETTE TEXT:
http://www.dgb-bw.de/sixcms/detail.php?id=13873
--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:12.10.: Besuch der Gedenkstaette KZ' SachsenhausenÜbersicht 
Datum: 1. Okt 2006, 13:30  [114107]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Am Donnerstag, dem 12.10.2006 veranstaltet das Anti-Diskriminierungs-
büro Berlin für Jugendliche und junge Erwachsene eine Fahrt zur
Gedenkstätte Sachsenhausen, die vorher und nachher zusammen besprochen
wird.

  * Die Fahrt ist *kostenlos*.

  * ANMELDESCHLUSS: Montag, 9. Oktober.

  * DETAILINFOS: http://www.adb-berlin.org/projekte/sachsenhausen.htm

 

Thema:Wiederholungen gefallen nichtÜbersicht 
Datum: 3. Nov 2005, 20:03  [114028]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Mit Worten kann man leicht begluecken
Verantwortung hat ihre Tuecken

Wie einst einmal der Lafontaine
tut Stoiber jetzt nach Hause gehn

Rueckrat hat halt nicht jederman
und diesmal ist ein Bayer dran

 

Thema:SPD-Minister Clement verkennt die soziale LageÜbersicht 
Datum:10. Okt 2005, 21:57  [114026]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
 "Minister Clement verkennt die soziale Lage vieler
  ALG II - Antragsteller werden von ihm der Begehrlichkeit
  bezichtigt

  Deutscher Caritasverband e.V.

  (Verbandspresse, 06.10.2005 11:47)

  (Freiburg) - Der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit,
  Wolfgang Clement, mahnte in der "Bild am Sonntag" die Bürger zur
  Zurückhaltung bei der Antragstellung zu ALG II und unterstellt
  dabei pauschal einen Mißbrauch durch die Arbeitssuchenden, die
  auf diese Leistungen doch gar nicht angewiesen seien. Clement
  greift in seinen letzten Amtstagen in die Mottenkiste der
  Mißbrauchsdebatte und trägt damit zur Schuldzuweisung der
  Arbeitssuchenden bei.

  Die Nationale Armutskonferenz (nak) weist diese unterschwelligen
  Vorwürfe an Arbeitssuchende zurück und fordert Minister Clement
  auf, den Lebenslagenbericht der Bundesregierung zur Kenntnis zu
  nehmen. Dieser Lebenslagenbericht weist einen Anstieg von Armuts-
  betroffenheit in der BRD von 1998 auf 2003 um 1,4 Prozentpunkte
  auf 13,5 Prozent aus. Ein weiterer Zuwachs bis heute ist nach
  Einschätzung von Experten wahrscheinlich. Dazu hat auch Hartz IV
  beigetragen, [...]

  [...]"


Quelle mit dem kompletten Text:

  http://www.verbaende.com/News.php4?m=33488


"Erst verloren Millionen Betroffene ihren Arbeitsplatz,
dann wurden sie gedemütigt, nun sollen sie verfolgt werden."

                                                  Petra Pau

 

Thema:Zielsetzung "Sparen"Übersicht 
Datum: 4. Okt 2005, 13:07  [114024]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
  *"Wie konnte die BA drei Milliarden Euro Überschuß erzielen,*
  *obwohl die Arbeitslosenzahl mit offiziell 4,65 Millionen*
  *im September nach wie vor außergewöhnlich hoch liegt?*

  Im Wesentlichen ist dies auf zwei Entwicklungen zurückzuführen:
  Auf drastische Kürzungen bei Arbeitsbeschaffungs-, Fort- und
  Weiterbildungsmaßnahmen, die Arbeitslose zusätzlich qualifizieren
  und ihre Chance, einen vernünftig bezahlten Job zu erhalten,
  zumindest etwas erhöhen, sowie auf das Abdrängen von Hundert-
  tausenden Arbeitslosen in Niedriglohnjobs."

  http://www.wsws.org/de/2005/okt2005/alo-o04.shtml

 

Thema:Wahlwerbung:Die Partei - Mauer her, Merkel weg.Übersicht 
Datum:19. Aug 2005, 01:44  [113993]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
  This message is in MIME format.  The first part should be readable text,
  while the remaining parts are likely unreadable without MIME-aware tools.

--366226765-1877032167-1124408672=:31861
Content-Type: TEXT/PLAIN; charset=iso-8859-1; format=flowed
Content-Transfer-Encoding: QUOTED-PRINTABLE

Hi
---
Wer kennt sie nicht, DIE Partei. Gegruendet von Titanic Redakteuren=20
und anderen. Jedenfalls gibs eine Wahlkampfveranstaltung am 26=20
August in der Bergmannstra=DFe 5-7 mit diversen Kurzfilmen der bisherigen=
=20
Aktionen, wie fingierte Castor Transporte und Apothekerschulungen ueber=20
Hasch und weiteres - gesucht werden noch Polit Praktikanten fuer den=20
Wahlkampf :-)

http://www.die-partei.de
--=20
   __     __    __   Jeder ist ein Alien-fast ueberall__    __         __
  /  /_/ /_/ / / / /\/     http://www.cyrion.org/     \_\ \ \ \ \/\ \_\  \
/__  / / \ / /_/ / /     mailto:cyrion@c-base.org     / \ \ \_\ \ \ \  __\
Tronics Conceptor Space Station c-base,crashed on Berlin-Mitte Rungestr.20
--366226765-1877032167-1124408672=:31861--

 

Thema:Re: ErbsenzählerÜbersicht 
Datum:27. Jul 2005, 08:42  [113944]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hallo Chefkoch!

chefkoch am 27.07.05 / 00:10 (Mittwoch):

> [Ich bekenne mich] dazu, dass meine Aufmerksamkeit nach wenigstens
> 100 Zeilen rapide nachläßt.  Wichtiges sollte also unbedingt vor
> dieser magischen Grenze stehen.

Das ist mir im Prinzip klar.  Ein praktischer, vielleicht der
eigentlich wesentliche Grund für meine etwas längeren Beiträge mag
sein, daß ich - mit wenigen Ausnahmen - täglich in mindestens an
einem Buch lese und mir daher längere Texte normal erscheinen.


> [Wenn der Bezug fehlt,] reden wir einfach über zwei
> verschiedene Sachen.

Daß Du diesen Eindruck hattest, kann ich verstehen.


Gruß elec
--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:ErbsenzählerÜbersicht 
Datum:27. Jul 2005, 00:10  [113939]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  ich bekenne mich zum Erbsenzählertum, allerdings mußte ich nicht wirklich
  selbst zählen, sondern die Anzahl Zeilen steht im Kopf des Eintrags. Ferner
  bekenne ich mich dazu, dass meine Aufmerksamkeit nach wenigstens 100 Zeilen
  rapide nachläßt. Wichtiges sollte also unbedingt vor dieser magischen Grenze
  stehen.

  Natürlich ist überhaupt nichts dagegen zu sagen, dass Du argumentierst, dass
  die Schwarte kracht. Wenn ich allerdings vermuten darf, dass ein Beitrag
  eine Antwort auf einen anderen Beitrag sein soll, in dieser Antwort
  allerdings überhaupt nicht auf den Kern des Ursprungspostings eingegangen
  wird, dann entschuldige, reden wir einfach über zwei verschiedene Sachen.

 

Thema:Re: "Sozial ist, was Arbeit schafft"Übersicht 
Datum:26. Jul 2005, 10:40  [113937]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
André,

ich gehe auf die Aspekte ein, welche _ich_ für am
wesentlichsten und angebracht halte, _ich_ habe
nicht an erster Stelle betonen wollen, daß der
CDU-Slogan mich vielleicht auch an Nazi-Slogans
erinnert und deswegen lasse ich mich auch
nicht dazu bewegen, die Auslegung dieses
Satzes in diese Richtung zu forcieren.

So ausführlich habe ich geschrieben, weil ich immer
wieder den Eindruck habe, daß viele Leute viele
Argumentationen nicht zu verstehen scheinen,
einen Gedankengang also höchstens verstehen,
wenn er idiotensicher und -klar vorgetragen wird.

BTW: Wenn Du statt die Wortzahl zu schätzen - eine
Art Erbsenzähler-Anfall? ;) - meinen Beitrag
in Ruhe hättest lesen können, wäre Dir vielleicht
aufgefallen, daß ich nicht von 9-jährigen Kindern
geschrieben habe, die - im engeren Sinne - auf
den Strich geschickt werden, sondern von Kindern
die dort als eine Art Kaugummiautomaten benutzt
werden, nächtelang wo abgestellt werden
und erst schlafen dürfen, wenn sie eine
vorher festgelegte Anzahl von Kaugummis
losgeworden sind.  (Ich habe über diese Kinder
auf einem Dokumentations-Kanal im Fernsehen
einen Film gesehen, dessen Sendeminuten sich
auch wunderbar auszählen ließen, und vermute,
daß ihre Kundinnen Prostituierte sind.  Da ich
nicht so oft ins Ausland reise, wie die meisten
Leute, die in Deiner oder meiner Nachbarschaft
leben, bin ich auf Vermutungen angewiesen,
explizite Vorführungen waren nicht die Sache
dieser Dokumentation.)

Wenn Du niemanden kennst oder Dir wirklich
niemanden vorstellen kannst, der den Slogan
"Sozial ist, was Arbeit schafft." für völlig richtig
hält und gar als einen Beweisgrund akzeptiert,
dann könnten wir uns wirklich damit begnügen,
diesen Satz als Slogan zu bezeichnen.

Möglicherweise reichen auch einfache
Feindbildern - und vielleicht hast Du realpolitisch
Recht damit, dann brauchen wir freilich auch
nicht zu argumentieren.

Gruß elek

 

Thema:"Sozial ist, was Arbeit schafft"Übersicht 
Datum:25. Jul 2005, 23:14  [113933]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  da hast Du ja eine Glanzleistung vollbracht. In zweihundertzweiundvierzig
  Zeilen intensiver Analyse bestätigst Du, dass es sich bei "Sozial ist, was
  Arbeit schafft" nur um einen Slogan handelt. (Siehe Wikipedia- Artikel zu
  diesem Stichwort.) Du findest ihn "platt", ich finde ihn "schlank und
  elegant", wenn ich mich nicht irre; ich schrieb "Ein Slogan, nicht mehr und
  nicht weniger." - hier bin ich mir ganz sicher.

  Deine Antwort an mich ist allerdings gar keine Antwort; wie meinem
  Beitrag ohne große Anstrengung zu entnehmen ist, kritisiere ich, dass
  mal wieder ein Hinterbänkler die Nazi- Keule als Argumentationsersatz
  herausgeholt hat, während Du eine umfassende Analyse vorbringst, deren
  bahnbrechendes Ergebnis u.a. ist, dass es nicht als "sozial" gelten kann,
  neunjähringe Mädchen auf den Strich zu schicken.

  Da stimme ich Dir übrigens vollkommen zu. Aus Gründen politischer
  Korrektheit (die ich auch in meinem Beitrag kritisiert hatte), muß ich aber
  - nicht ganz ernst gemeint - anfügen, dass es Leute gibt, die das vollkommen
  OK und sicher auch ziemlich sozial finden.

 

Thema:Re: Sozial...Übersicht 
Datum:22. Jul 2005, 16:21  [113916]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hallo Chefkoch!

Chefkoch am 20.07.05 / 20:58 (Mittwoch):

> [Ich finde "Sozial ist, was Arbeit schafft." ist ein schicker,
> schlanker Wahlkampfslogan. Nicht mehr und nicht weniger.]

(Ich soll gegen Deine politischen Gegner argumentieren?)


----------------------
 Nicht nur ein Slogan
----------------------

CDU-Repräsentanten benutzen den Satz *Sozial ist, was Arbeit*
*schafft.* nicht nur als Slogan auf Werbemitteln, sondern vor allen
Frau Merkel hat diesen Satz verschiedentlich in Kurzstellungnahmen
oder politischen Diskussionen verwendet.  Zum einen mag dahinter die
Absicht stehen, eine Art Wiedererkennungszeichen zu etablieren, ein
Markenzeichen gewissermaßen (also im engeren Sinne die Funktion
eines Slogans); zum anderen wurde der Satz, daß sozial sei, was
Arbeit schafft, allerdings auch als Beweisgrund benutzt.  Ein
Argumentation sollte nicht nur "schick und schlank" sein, sondern
auch inhaltlich stimmen.


------------------------------------------------------------------
 Ein fiktives, aber realistisches Beispiel für eine Argumentation
------------------------------------------------------------------

Der Anführer des DIW Klaus Zimmermann schlug in einem Interview mit
der Netzeitung vor, Firmen zu bezuschussen, indem der Staat ihnen
dauerhaft Lohnzuschüsse zahle, wenn ehemals Langzeitarbeitslose für
die Firmen als Billigentlohnte anschaffen.  Diese Beschäftigten
sollten voll arbeiten, dabei einen Lohn bekommen, der nicht höher
sei als ALG2-Bezüge und diese Niedrigstlöhne sollten vom Staat
gegebenenfalls bis zum Renteneintritt der Betroffenen mitbezahlt
werden.  Diesen gierigen Vorschlag, welchen Lobbyist Zimmermann
machte, bemäntelte er der Netzeitung gegenüber mit der scheinbar
sozialen Aussage, der Arbeitslose hätte dann zwar "nicht mehr Geld,
aber Arbeit".

Nehmen wir an, diese Forderung würde von der CDU/CSU wie folgt
vertreten:

  Arbeitslose, die zwei Jahre lang nicht in Arbeit vermittelt
  werden konnten, sollen in Firmen für einen Lohn arbeiten,
  der nicht höher ist als ihre ALG2-Bezüge, und wir meinen,
  der Staat sollte diese Arbeitsplätze bezuschussen, wenn
  nötig auch bis die Leute in Rente gehen.  Dadurch bekommen
  Menschen wieder Arbeit.  Und sozial ist, was Arbeit schafft.


------------------------------------------
 Die Glieder solcher Argumentationsketten
------------------------------------------

  1. Eine Forderung

  2. Die Behauptung, sozial sei, was Arbeit schafft.

  3. Eine unausgesprochene Voraussetzung, ungefähr:
     "Und was sozial ist, soll getan werden."


--------------------------------------------------------
 Ansatzpunkte für eine Untersuchung der Stichhaltigkeit
--------------------------------------------------------

Aristoteles sei mit uns!

I. Zu bedenken und zu fragen ist, ob das Bindeglied zwischen den
   Argumentationsgliedern 2 und 3, das Wörtchen "sozial" nämlich,
   in beiden Sätzen mit soweit gleicher Bedeutung benutzt wird,
   daß der Schluß überhaupt auf einem inhaltlichen Zusammenhang
   beruht.

II. Die Behauptung "Sozial ist, was Arbeit schafft.", ist auf
    inhaltliche Richtigkeit zu prüfen.

Ich übergehe mit Rücksicht auf die gewöhnlich geringe Geduld vieler
Lesers für detaillierte Erklärungen eine ausführliche Diskussion von
Punkt I und begnüge mich mit der Feststellung, daß mit "sozial"
nicht einfach wertfrei gemeint sei, daß etwas in der Gemeinschaft
oder mit Bezug zu einer Gemeinschaft geschehe, sondern
offensichtlich ist etwas gemeint wie "das Sozialleben fördernd".


------------------------------------------
 Ist wirklich sozial, was Arbeit schafft?
------------------------------------------

Der Satz "Sozial ist, was Arbeit schafft." ist rein logisch
betrachtet eine *All-Aussage* genauso wie

  "Alles, was wächst ist grün." oder
  "Alle Autofahrer haben einen Führerschein."

Deutlicher wird der logische Satztyp, wenn man den Satz
umformuliert zu

  "Alles, was Arbeit schafft, ist sozial."

Eine All-Aussage ist widerlegt, d. h. kein ausreichender
Beweisgrund, wenn man zeigen kann, daß es mindestens einen Fall
gibt, der ihr widerspricht.

Setzen wir voraus, daß mit *sozial* gemeint ist "das Sozialleben
fördernd" bzw. "die Gemeinschaft und zugleich die soziale Teilhabe
und Entfaltung des Betroffenen fördernd" (im Sinne einer Förderung
personalen Lebens, wie sie der Moralphilosoph Rupert Lay für
richtig hält).

  1. Gegenbeispiel:

     Schon ein fiktives Extrembeispiel z. B. das von
     Kinderarbeit im heutigen Thailand gerät in
     Widerspruch zu der behaupteten generellen
     Sozialförderlichkeit von Arbeit.

     Ist es sozial, wenn ein 9-jähriges Kind die
     Nacht durch solange mit ein paar Kaugummis
     in der Hand zwischen Nutten und Freiern
     herumstehen muß, bis ihm eine bestimmte,
     vorher festgelegte Anzahl von Kaugummis
     abgekauft wurden?

     Solche Kinder haben offensichtlich Arbeit,
     aber "sozial" ist diese Arbeit nicht.

  2. Gegenbeispiel:

     Die Zahl von Leuten, welche unter Mobbing
     auf der Arbeit klagen ist nicht gering.

     Es steht für mich außer Zweifel, daß es
     Leute gibt, die deswegen seelisch Schaden
     nehmen und deswegen auch körperlich krank
     werden.

     Also gibt es auch hierzulande, in der
     Bundesrepublik Deutschland und heute, Arbeit,
     die nicht sozial förderlich ist, sondern
     Menschen schwer und teilweise dauerhaft
     schädigt.


ZUR ERINNERUNG:

  Eine All-Aussage reicht schon dann nicht mehr aus, wenn ein
  zutreffendes Gegenbeispiel aufgebracht wird.


== Zwischenergebnis: ===============================================

 Die bisherigen Beispiele belegen:

 *Die Aussage "Sozial ist, was Arbeit schafft." ist inhaltlich*
 *eine nicht zutreffende Verallgemeinerung.*

====================================================================


Wenn wir das obige Beispiel mit der Forderung des DIW-Lobbyisten
Klaus Zimmermann als ein relativ realistisches für die hiesige
politische Diskussion aufgreifen und kritisch ansehen, läßt sich
ebenso die inhaltliche Fragwürdigkeit demonstrieren, und ich wende
dagegen ein:

  Eine Subventionierung von Firmen gegebenenfalls bis der
  jeweilige Billigarbeiter Rente beantragen kann, verschafft
  der jeweiligen Firma eine sehr billige Arbeitskraft, fördert
  jedoch die soziale Entwicklung des Arbeiters nicht, sondern
  schreibt sein Elend fest.

  Der Arbeiter soll nun bis ans Ende seines Erwerbslebens,
  ja seines Lebens überhaupt, von einem Billiglohn (bzw.
  einer Niedrigstrente) am Existenzminimum leben, von einem
  Billiglohn, der ca. 300 Euro unter der Armutsgrenze (900 EUR)
  liegt, welche im Armutsbericht der Bundesregierung definiert
  wurde.

  _Hierzulande_ ist mit einer solchen Billigarbeit ein
  niedriges gesellschaftliches Ansehen verbunden, der so an
  eine Billigarbeit gebundene Arbeiter wird also dauerhaft
  ausgegrenzt, und er wird darüber hinaus weder Geld noch
  Zeit noch allzuviel freie Kraft haben, sich weiterzubilden
  oder eine qualifiziertere und besser bezahlte Arbeit zu
  finden. Da die vorgeschlagene Maßnahme eine soziale
  Entfaltung der Betroffenen eher behindert denn befördert,
  nämlich eine Besserung ihrer sozialen Teilnahme eher
  verhindert, ist diese Maßnahme nicht in positivem Sinne
  sozial.

  Der Vorschlag des DIW-Anführers Klaus Zimmermann verhindert
  aller Voraussicht nach eine sozial positive Entwicklung
  des Betroffenen und schafft als einzig konkrete und
  unbezweifelbare Tatsache einen finanziellen Zuschuß für
  die Firmen.  Somit wird der Anspruch, das personale
  Leben des Betroffenen eher zu fördern, denn zu schädigen,
  für einen einseitigen finanziellen Vorteil von Firmen,
  Firmenbesitzern bzw. Kapitalanlegern oder anderen
  Firmengewinne abschöpfenden Personen aufgegeben.

  *Insgesamt wird auch hiermit deutlich, daß Arbeit nicht*
  *grundsätzlich und ohne weiteres sozial ist* - sofern
  man "sozial" nicht völlig banal und wertfrei als ein Wort
  benutzt, welches nicht mehr als eine Interaktion von
  mehreren Personen beschreibt.


-------
 Fazit
-------

Der Satz "Sozial ist, was Arbeit schafft." kann nur in inhaltlich
trivialer, geradezu inhaltsleerer Form als richtig gelten, in dieser
Form ist er kein Beweisgrund, sondern eine platte Bemerkung ohne
jeden Informationswert.

Wird der Satz "Sozial ist, was Arbeit schafft." nicht trivial und
dann als moralische Aussage benutzt und dabei mit dem Wort "sozial"
etwa gemeint "die soziale Teilhabe aller eher fördernd und
jedenfalls niemandes soziale Teilhabe ernsthaft behindernd", dann
ist der Satz deswegen nicht als Beweisgrund geeignet, weil er eine
unzutreffende All-Aussage ist, einfach gesagt, weil er unwahr ist.

Jede Argumentation, die auf dem Satz "Sozial ist, was Arbeit
schafft." aufbaut, ohne den Geltungsbereich dieser Aussage weiter
zu konkretisieren und zu belegen, ist unbegründet und sofern
derjenige, der sie vorbringt, dies weiß, demagogisch.


---------------
 WWW-VERWEISE:
---------------

  Der komplette Artikel der Netzeitung:
  http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=704&item=349139

 

Thema:Sozial...Übersicht 
Datum:20. Jul 2005, 20:58  [113910]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  ich komme nicht im Mindesten dahinter, wo es eine - auch noch so entfernte -
  Parallele zu den Nazis geben sollte bei dem Wahlkampfslogan "Sozial ist, was
  Arbeit schafft."

  Ich finde, das ist ein schicker, schlanker Wahlkampfslogan. Nicht mehr und
  nicht weniger. Dass meine Parteifreunde versuchen, da irgendein
  Empörungspotential auszuschöpfen zeigt einfach nur, wie weit es schon mit
  der Amerikanisierung unserer Gesellschaft gekommen ist. Allerdings steht
  auch diese, meine These, auf schwachen Beinen, da ich auch bei intensivem
  Nachdenken nicht darauf komme, was daran irgendwie "politisch unkorrekt"
  sein sollte - ganz egal, was alle Stieglers und Spiegels dieser Welt
  dazu sagen.

 

Thema:Stiegler spricht - Stoiber bricht, das rührt mich nicht.Übersicht 
Datum:12. Jul 2005, 20:40  [113888]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Ein meines Erachtens recht guter Bericht zur Kritik des SPD-Fraktionsvizes
Ludwig Stiegler am CDU-Slogan "Sozial ist, was Arbeit schafft." hat der
Focus online veröffentlicht:

http://makeashorterlink.com/?C46E12A6B

Meine Meinung:

Stieglers Äußerung ist sachlich völlig korrekt.  Die Empörung von Seiten
der CDU/CSU ist zum einen sicherlich zynische Taktik gegen den politischen
Gegner, und des weiteren nur einer Art Tabu hierzulande geschuldet, daß
nämlich jeder Vergleich mit Nazipolitik oder Naziakteuren unstatthaft sei.
Diese Diskursnorm ist nicht bindend, und letztlich destruktiv, wenn es
darum geht Ungeist abzuwehren.  Der CDU-Slogan ist - das ist mir auch ohne
Herrn Stieglers Auftritt schon lange klar - Ungeist, oder harmloser
ausgedrückt, eine - sofern man eine Manipulationsabsicht ausschließt und
nur nach der inhaltlichen Richtigkeit urteilt - dumme, jedenfalls platte
Verallgemeinerung.

Die SPD insgesamt ist deswegen aber trotzdem nicht die aufrichtigere
Seite der politischen Streitkultur, dies zeigt die von ihrer Seite
lancierte Diskussion und Aufbauschung der Tatsache, daß Oscar Lafontaine
das Wort "Fremdarbeiter" benutzt hat.  Es ist für einen distanzierten
Beobachter wie mich schon ärgerlich ermüdend, wie politische Parteisoldaten
jeglichen Lagers nach Naziwörtern in Äußerungen ihnen mißliebiger
Konkurrenten suchen, um dadurch Leute zu diffamieren, denen sie anders,
nämlich inhaltlich allein, beizukommen sich offenbar nicht zutrauen.

Ich wünschte, solche scheinheiligen - und auch manche überempfindlichen
Reaktionen würden aufhören.

Soweit ich mich erinnere, verwendet bspw. auch der Religionsschriftsteller
und Ex-Kaplan Adolf Holl in einem Buch das Wort Fremdarbeiter, ihn jedoch
als Nazi zu bezeichnen oder ihm zu unterstellen, er beabsichtige
Fremdenfeindlichkeit zu schüren hielte ich, der ich und in letzter Zeit
einige seiner Bücher gelesen habe, für völlig unhaltbar und saudumm.

Wie die CDU sich intellektuell und moralisch durch den Slogan "Sozial ist,
was Arbeit schafft." selbst als fragwürdige Kraft bloßgestellt hat, stellt
sich die SPD durch den Umgang mit so genannten Abweichlern in ihrer Partei
oder dem Umgang mit Oscar Lafontaine als politische Organisation dar, in
welcher derzeit allem Anschein nach undemokratische Kräfte vorherrschen.
(Bspw. nannte Müntefering kürzlich einen Abgeordneten, welcher das Recht
für sich in Anspruch nahm in einer geheimen Abstimmung nicht namentlich
hervorzutreten, zweimal einen "Verräter".  Der Sinn geheimer Abstimmungen
ist es aber gerade, daß man nicht durch Gruppendruck gezwungen wird, gegen
seine Überzeugung abzustimmen.  Münteferings Ausfall war faschistoid und
anti-demokratisch.)


WWW-Verweise zum Thema

  Die NetZeitung zu Stieglers Stellungnahme:
  http://makeashorterlink.com/?A6DF21A6B

  Die NetZeitung über Paul Spiegels Empfehlung solche Vergleiche und
  Nazi-Parolen zu meiden:

  http://makeashorterlink.com/?X5FF23A6B


Abschließend aus meiner Sicht:  Solche Vergleiche sollten nicht zynisch zur
Diffamierung politischer Gegner benutzt werden, andererseits wird man nicht
wünschen, daß Menschen gegen nazi-artige Tendenzen sensibel sind, aber
nicht davon sprechen.  Es gilt nicht nur "Sprich nicht von Naziideologie,
wenn du von Lebenden sprichst."; sondern auch und vorrangig "Wehret den
Anfängen."  Auch wenn es von den Kritisierten vielleicht wirklich nicht
selber akzeptiert werden kann, sondern verdrängt wird, trifft Ludwig
Stiegler meines Erachtens durchaus ins Schwarze, wenn er in dem CDU-Slogan
eine menschenfeindliche Tendenz erkennt.  Stiegler hat schlicht, ergreifend
und unbequemerweise vollkommen recht, nicht teilweise oder ansatzweise,
sondern absolut und meiner derzeitigen Einsicht zufolge objektiv.


Thus quoth elec
--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:Wie viel?Übersicht 
Datum:30. Jun 2005, 00:03  [113842]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  letztlich geht es ja nur um die Frage, wie viel die Gesellschaft der
  Steuerzahler bereit ist, für die ALGII- Bezieher bereit ist zu zahlen.

  Darum geht es übrigens auch bei jeder Reform des Gesundheitssystems. Es ist
  kein Problem alles zu bezahlen, was irgendwie geht, wenn wir von einem
  durchschnittlichen Kassenbeitrag von 35% ausgehen.

  In diesem Sinne: Frohes Abgaben zahlen!

 

Thema:Der kostenlose Wahlkampfberater für die SPD IÜbersicht 
Datum:29. Jun 2005, 23:27  [113840]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Die Netzzeitung hat jüngst, in einem Online-Artikel am 27. Juni, berichtet,
die SPD gönne den ostdeutschen Arbeitslosen 14 Euro mehr.

Erst dachte ich: Na wunderbar, damit können die Leute dann ihre Stromrechnung
bezahlen.  Aber nein, ich habe mich gleich erinnert, daß als monatliche
Telefonkosten für Empfänger von Bezügen nach Hartz IV ca. 15 Euro vorgesehen
sind.

Und das sollten die SPD-Wahlkämpfer bei Veranstaltungen in Ostdeutschland
anführen:  Da 14 Euro, die bisherige Differenz zwischen den Bezügen Ost- und
Westdeutscher, praktisch fast 16 Euro sind, rate ich zu Aussagen wie:

"... und deswegen kämpft die SPD ja auch dafür, daß ostdeutsche Arbeitslose,
die von ALG II leben, in Zukunft praktisch kostenlos telefonieren dürfen."

Das muß man vielleicht je nach Gelegenheit und Anknüpfungsmöglichkeiten
variieren, jedenfalls ist das eine passende Form, das soziale Engagement der
SPD als ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Oppositionslager aus CDU und
FDP glaubhaft hervorzuheben.  Nach dem Motto "Tu Gutes und spricht darüber."

Glückauf!

Elec, der kostenlose Wahlkampfberater

 

Thema:Übernahme von Herrn LafontaineÜbersicht 
Datum:19. Jun 2005, 01:51  [113788]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo allerseits,

  die SPD hat schon sehr früh Ideen von Herrn Lafontaine übernommen, z.B.
  die Zusammenführung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe, die er in seinem
  kurzen Intermezzo als Bundesminister vorgeschlagen hatte.

  Ansonsten gehört dieser Politikclown in die Vergessenheit versenkt; er hat
  in etwa soviel Programm wie Guido Westerwelle und teilt mit letzterem den
  Hang zum Populismus, ist allerdings raffinierter als dieser.

  Aber vielleicht sehen wir im anstehenden Wahlkampf ja noch ein "Oscarmobil"
  und vielleicht adaptiert er auch einen FDP- Slogan:

  "Demokratische WASP Links PDS: [oder wie auch immer]
  Die Partei für die Schlechterverdienenden."

 

Thema:Realitätsverlust in der SPDÜbersicht 
Datum:15. Jun 2005, 11:34  [113777]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Während selbst so genannte Linke in der SPD - Gibt es so etwas in
dieser Partei? - einerseits verbal über Oscar Lafontaine herfallen
und darin kaum Grenzen kennen, übernimmt die SPD nun schnell noch
einige Forderungen von Lafontaine, bspw. verkündete nun Herr
Müntefering, die SPD hätte beschlossen, daß ältere Arbeitslose
nun bald länger Arbeitslosengeld I bekommen sollen (siehe
http://www.netzeitung.de/arbeitundberuf/343657.html), länger als
die SPD erst selber eingeführt hatte.  Müntefering würde sagen
wir lernen eben hinzu und Oscar ist doof, nur empfiehlt der angeblich
so doofe Oscar Lafontaine schon seit Monaten, was die SPD-Machthaber
nun schnell beschlossen haben, nun, da die politische Konkurrenz
drängender geworden ist.

Woher kommt plötzlich diese Alternative?
Sollte es doch, anders als Herr Schröder gelegentlich gerne
dezidiert verkündet hat Alternativen geben?

Meines Erachtens versucht die SPD-Machterhaltungsriege mit solchen
Kundgebungen kurz vor einer Neuwahl den Kritikern den Wind aus den
Segeln zu nehmen, indem sie ihr Boot kurzerhand in den gleichen Wind
dreht.  Aber wer möchte seine Hand für die SPD ins Feuer legen, daß
nicht bei nächster Gelegenheit ein neues, in eine ganz andere
Richtung führendes Wendemanöver durch die SPD-Führungsmannschaft
kommt?  Wer würde im buchstäblichen Sinne dafür seine Hand ins Feuer
legen?  Bedenk es wohl, an die Stelle geschichtlich überholter
Parteien wie der SPD können neue Parteien treten; aber eine neue
Hand wächst Dir nicht.

Welcher Ungeist teilweise in der SPD herrscht, also hohe Posten
innehat, wird deutlich, wenn man liest, was der Berliner
Finanzsenator Sarrazin laut eines Zeitungsberichts vor 170
Führungskräften der Wirtschaft in der Industrie und Handelskammer
Charlottenburg gesagt hat:

http://bz.berlin1.de/aktuell/news/050615/sarrazin.html

Man mag einwenden, daß die gewohnheitsgemäß der CDU dienende BZ
Grund hat, einen SPD-Politiker von dieser Seite darzustellen;
Tatsache ist jedoch, daß die Zeitung ihren durchaus nicht
geifernden, sondern bestenfalls zurückhaltend subversiven, Bericht
belegt und Sarrazin diese Rede offenbar so vor Unternehmern
gehalten hat.  Demnach ist Herr Sarrazin - von mir etwas verkürzt
zusammengefaßt - anscheinend der Ansicht, daß Leute, die Bezüge
nach Hartz IV bekommen, teilweise einen "Stundenlohn" von 10 oder
mehr Euro hätten, seiner Ansicht nach seien aber 2 oder höchstens
3 Euro wirtschaftlicher Theorie zufolge angemessen.  Den
Realitätsverlust von Herrn Sarrazin finde ich geradezu bestürzend.

Daß dieser Mann sehr unter Druck steht und vermutlich
kreuzunglücklich ist, kann man vermuten, aber das empfiehlt
ihn auch nicht gerade für ein Amt, in dem es auch auf angemessene
Wirklichkeitsbeschreibungen bei öffentlichen Auftritten ankommt.
Man muß bedenken, daß - abgesehen vom nicht sehr breiten
Realitätsbezug seiner Bemerkungen - diese vor Leuten geäußert
wurden, die sicherlich schon ohnedem eine einseitige,
zwangsläufig egozentrische bzw. über-ich-zentrierte, eine von
ihren Institutionen verformte Realitätswahrnehmung haben,
insofern ist die selektive Wahl der Aussagen von Senator
Sarrazin vor diesem Publikum besonders tendenziös und billig.

Jeder bilde sich meine eigene Meinung.


regards elek - Ich verspreche mich nicht so oft,
               wie es zu vermuten scheint.


--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:Verteilt die SPD jetzt noch richtig Geld an ihre Freunde?Übersicht 
Datum:15. Jun 2005, 11:21  [113776]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Laut einer Aufstellung des Bundeswirtschaftsministeriums sollen
verschiedene Ministerien für den Zeitraum ab Juni eine ungewöhnlich
hohe Zahl von Beförderungen für höhere Beamte vorgesehen haben, von
den angeblich Fällen beträfe laut Focus ein nicht geringer Teil
"politische Positionen", für deren Beförderung eine Zustimmung des
Personalrats nicht eingeholt werden muß.  Die Oppositionsparteien
und ihnen nahestehende Medien verbreiten den Verdacht, es handele
sich um Begünstigung.  Auch auch der Bund der Steuerzahler
kritisiert diese sogenannte "Beförderungswelle".  Vor allem
SPD-Politiker bestreiten, daß kurz vor dem vorauszusehenden Abgang
der SPD- Minister der SPD zugetane Beamte begünstigt werden sollen.
Die hohe Zahl, so heißt es aus einer Behörde, läge an einem
Beförderungsstau, der auf einer Neuregelung des Beförderungswesens
beruhte.

Jedenfalls eine Frage, der von unabhängiger Seite nachgegangen
werden sollte.

Ein recht ausführlicher Bericht steht online beim Stern:
http://www.stern.de/politik/deutschland/:Bef%F6rderungswelle:+Kein+Anlass+f%FCr+
einen+Stopp/541351.html


Relativ knapp und sachlich die Redaktion der TV-Sendung "heute":
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/22/0,3672,2307894,00.html


Auch gut:
http://www.netzeitung.de/deutschland/342434.html


Weitere Seiten zu diesem Thema:

http://www.tagesspiegel.de/tso/aktuell/artikel.asp?TextID=50607

http://www.n-tv.de/541143.html

http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=15551

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,359619,00.html

 

Thema:Nr.2Übersicht 
Datum:28. Mai 2005, 10:12  [113715]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hi
---
Haha, Nummer zwei
- CDU-Stimmen fuer Mehrwertsteuer-Erhoehung werden lauter

 

Thema:SosoÜbersicht 
Datum:27. Mai 2005, 18:58  [113713]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hi
---
Sehr interessant: Die CDu will aufeinmal die Eigenheimzulage abschaffen. Gut
so, ich und die wenigsten besserverdienenden Mietzahler bekommen ja auch keine
Mietzuschuese, vermutlich nicht, weil sie den Boden nicht noch mehr versiegeln
:-) , aber: Klasse, erst blockieren, dann mit fremden Federn schmuecken und
der Federquelle auch noch die Schuld geben das dies noetig ist. Die 16 jahre
Kohlverschwendung sind scheinbar vergessen, auch die anfangs besseren Bilanzen
bis es zur Blockadepolitik im Bundesrat kam.......

 

Thema:Was wäre wenn?Übersicht 
Datum:26. Mai 2005, 23:53  [113712]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Sehr geehrter Herr Strasser,

  träfe Ihre Aussage zu, wären Sie längst nicht mehr Mitglied der
  Grundsatzprogramm- Kommission.

  Weiter so!

 

Thema:Die diskursarme SPD und die Floskel von der AlternativlosigkeitÜbersicht 
Datum:25. Mai 2005, 12:51  [113711]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Über die SPD:

"Die Partei hat seit 15 Jahren nicht mehr jenen
Geist der kritischen und selbstkritischen Reflexion,
der sie einmal stark gemacht hat."

Johano Strasser ist Mitglied der
Grundsatzprogramm-Kommission der SPD und
Präsident des deutschen PEN-Zentrum

QUELLE:
http://www.netzeitung.de/deutschland/340283.html

 

Thema:Geschmacklosigkeit von machtverwaltenden PolitikdarstellernÜbersicht 
Datum:23. Mai 2005, 15:59  [113707]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo.

Ein Satz, den ich heute in einem Sachbuch zitiert gefunden habe,
paßt vielleicht gut zur aktuellen Politik:

    Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
    womit kann man es wieder salzig machen?
    Es taugt zu nichts mehr, es wird wegge-
    worfen [...]

Wenn die Suppe auch dünn ist, sie sollte einen Geschmack haben.

 

Thema:NeuwahlenÜbersicht 
Datum:23. Mai 2005, 00:54  [113705]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo allerseits!

  Was Kurt Biedenkopf jahrelang nicht geschafft hat - der farblose Jürgen
  Rüttgers hat es geschafft und eine jahrzehntelange SPD- Hochburg gestürmt.
  NRW ist in Zukunft also in der Hand der christlichen Vereinigung zusammen
  mit "freien" Demokraten.

  Wie sieht es jetzt für die Bundesregierung aus? Der Bundesrat, jetzt fest in
  CDU- Hand, wird kaum für Gesetzesvorhaben der Bundesregierung zu begeistern
  sein. Insofern ist der Wunsch Schröders, eine Neuwahl zu veranstalten,
  verständlich.

  Allerdings würde eine solche nichts an der Bundesrats- Mehrheit ändern.
  Interessant wäre aber: Bekommt die SPD/Grünen- Koalition nochmal Rückenwind
  oder nicht? Hier stellt sich doch jetzt tatsächlich endlich die Frage nach
  der Alternative zur Rot- Grünen Politik der Agenda 2010, Hartz IV etc.

  Ich höre seit Monaten die ganzen Klugscheißer herumnölen, dass der Staat
  ihnen doch bitte endlich mehr Geld bezahlen möchte. Freilich lassen sie
  vollkommen im Unklaren, wo denn das schöne Geld wohl herkommen möchte.
  Die CDU hat dafür mit Sicherheit die richtigen Antworten. Insgeheim freute
  mich ein CDU- Sieg bei der kommenden Bundestagswahl ja, weil dann alle der
  Schröder'schen Regierungszeit nachweinen werden. Andererseits siegt die
  Sorge über den Zustand des Landes doch über meine Schadenfreude.

  Ja, es wird also spannend, um am meisten "freue" ich mich schon über die
  kommenden Jammertiraden über die Umverteilung von "oben nach unten" während
  der nächsten CDU/FDP- Koalition. Tja, habt es ja nicht anders gewollt, Ihr
  saublöden Dummschwätzer.

 

Thema:Ungewohnte neue Meinungsfreiheit könnte SPD zerbrechen?Übersicht 
Datum:21. Mai 2005, 14:19  [113702]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Peter Glotz fürchtet, die SPD könne daran scheitern, wenn
Parteimitglieder ihre politischen Ansichten frei äußern.

Man dürfe sich auch nicht wundern, falls Gerhard Schröder
nicht mehr mitmache.

Hier zeigt Glotz, wie die SPD sich selber ein Bein stellen kann:

http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=14774

 

Thema:Zusammenhang zwischen Gewinn und Mitarbeiterzuwachs?Übersicht 
Datum:19. Mai 2005, 08:48  [113697]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Focus Online berichtet über eine Untersuchung zu der Frage,
inwiefern höhere Gewinne zu Mitarbeitereinstellungen führen:

  "Die Aufstellung ergebe, 'ein differenziertes Bild, das
  keinen direkten Zusammenhang zwischen erwirtschaftetem
  Überschuß und Mitarbeiteranzahl' zulasse."

  http://focus.msn.de/hps/fol/article/article.htm?id=14186

 

Thema:Re: +++ MEYER GIBT AUF +++Übersicht 
Datum:24. Dez 2004, 22:21  [113321]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hallo Cyrion!

->> CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer tritt zurück [...]

> Nur gerecht, da er zu den ersten gehoerte die wegen der
> versaeumnis anderer am geifern war ( damals gibgs glaube ich um
> Bonusmeilen)

Wenn es darum ginge, daß Meyers Kaffeegeschäft aufgäbe, täte mir das
ja noch leid; aber zu Laurenz Meyer kann ich nur sagen: Ein
anmaßender Dünnbrettbohrer weniger!  Nicht nur hat er von anderen
rigoros Rücktritte wegen jeder nur denkbaren Kleinigkeit gefordert,
nicht nur hat er ständig den Bildschirm mit seinen volkstümelnden
Urteilen vollgeschwallt, seine unerträgliche moralisch tuende
Anmaßung zeigt sich, wie ich ja schon einmal erwähnte auch in
Ausfällen wie der bei "Sabine Christiansen" getanen Äußerung,
*alle* Arbeitslosen arbeiteten schwarz.  In Meyer-Deutsch, also
volkstümelnd platt: "Die arbeiten doch alle schwarz."  Man stelle
sich eine öffentliche Diskussion darüber vor, daß sich immer
weniger Rentnerinnen und Rentner etwas gönnen könnten, weil die
Gesundheitskosten sie überforderten, und nun säße dort dieser
scheinheilige Herr und spräche: "Die klauen doch alle im
Supermarkt."  Dann weiß man vielleicht wes Geistes Kind dieser Herr
Meyer ist, vermutlich nämlich unterstellt er anderen, was er sofort
tun würde: Einsacken ohne Anstand und Skrupel.  Ein dummer,
asozialer Politiker weniger!


Gruß elek
--
"Was die Politik angeht, so war er ein Tory, außer wenn die Torys an der
Regierung waren; in dieser Zeit schimpfte er sie glattweg eine Bande von
Radikalen."
                              Aus Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray"

 

Thema:Kampftag!Übersicht 
Datum:23. Dez 2004, 09:17  [113314]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Bush am 23. Februar in Deutschland

   BERLIN: US-Pr=E4sident George W. Bush kommt am 23. Februar nach
   Deutschland. Dies teilte Regierungssprecher B=E9la Anda offiziell mit.
   Der Ort des Treffens mit Bundeskanzler Gerhard Schr=F6der wurde noch
   nicht mitgeteilt. In der vergangenen Woche war verlautet, dass nach
   einem 'symbolischen Ort' au=DFerhalb Berlins gesucht werde. - Bush
   wird auf seiner ersten Auslandsreise in seiner zweiten Amtsperiode
   am 22. Februar bei der EU und der NATO in Br=FCssel Station machen.

------------------------------------------------------------------------

Ich schlage die Wolfsschanze vor

 

Thema:Re: +++ MEYER GIBT AUF +++Übersicht 
Datum:23. Dez 2004, 08:35  [113313]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge:1Neue Nachricht schreiben 
Hi
----
Am Wed, 22 Dec 2004 haute BreakingNews@n-tv.de folgendes in die
Tasten:

->
->CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer tritt zurück +++ Als Nachfolger ist Fraktion
sgeschäftsführer Kauder im Gespräch.
->
->Mehr unter: http://www.n-tv.de/5466008.html
->
Nur gerecht, da er zu den ersten gehoerte die wegen der versaeumnis
anderer am geifern war ( damals gibgs glaube ich um Bonusmeilen)

Ansonsten bin ich der Meinung, das man auch im Bundestag nicht alles auf
die Goldwaage legen sollte. Es werden auch tuechtige und sinnvolle
Politiker gekippt wegen eines Verordnungswustes wo ich auch denen
zugestehe, das sie nichtb alles wissen bzw. wussten. In dem Falle finde
ich es nur gerecht, wenn man ihn an seinen eigenen Massstaeben misst.

 

Thema:Beton Statt LebenÜbersicht 
Datum:17. Dez 2004, 19:49  [113301]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Wie schoen das wieder ein Teil Berlins zubetoniert wurde, ein guter
Kontrast zum lebendigen Tiergarten nebenan, und ein schoenes Mahnmal gegen
sinnvolle Freiflaechen. Um dem Waldsterben ein Mahnmal zu setzen empfehle
ich den Grunewald abzuholzen und einen grossen Betonbaum hinzupflastern.

Wieviel Faschistendreck man wohl haette verhindern koennen, wenn man das
Geld in die Jugendarbeit gesteckt haette?

Hat irgendwer die Hoffnung, dass dieses Mahnmal auch nur eine positive
Wirkung haben koennte? Ein neues Mahnmal und alles ist gut, ein weiteres
Zeichen des Gedenkens wurde gesetzt, man zeigt wue gut man ist. Allein der
Streit um die Pfruende der Gestaltung, Herstellerfirmen und Kosten
kontakariert das ganze.

>- Holocaust-Mahnmal vor der Fertigstellung
>
>Berlin. Das Holocaust-Mahnmal suedlich des Brandenburger Tors ist
>jetzt fast fertig. Im Rahmen eines Festaktes wurde heute der letzte
>der rund 2.700 Betonpfeiler aufgestellt. Unter den Festgaesten waren
>Bundestagspraesident Thierse und der US-Architekt Eisenman, der das
>Monument entworfen hat. Die Gedenkstaette soll am 27. Januar offiziell
>eingeweiht werden. Mit den Betonstelen auf dem 19.000 Quadratmeter
>grossen Gelaende soll an die sechs Millionen Juden erinnert werden,
>die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

 

Thema:Re: Beton statt LebenÜbersicht 
Datum:17. Dez 2004, 13:14  [113300]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo Cyrion!

Cyrion am 16.12.04 / 01:45 (Donnerstag):

>> - Holocaust-Mahnmal vor der Fertigstellung
>>
>> Berlin. Das Holocaust-Mahnmal suedlich des Brandenburger Tors
>> ist jetzt fast fertig. Im Rahmen eines Festaktes wurde heute der
>> letzte der rund 2.700 Betonpfeiler aufgestellt. [...]


> Wie schoen das wieder ein Teil Berlins zubetoniert wurde, ein
> guter Kontrast zum lebendigen Tiergarten nebenan, und ein
> schoenes Mahnmal gegen sinnvolle Freiflaechen. Um dem Waldsterben
> ein Mahnmal zu setzen empfehle ich den Grunewald abzuholzen und
> einen grossen Betonbaum hinzupflastern.

Ja, ist - soweit ich es gesehen habe - ätzend hässlich.
Natürlich kann man argumentieren, daß ein Mahnmal zum Holocaust
schwerlich hübsch und niedlich sein dürfe, andererseits kann ich mir
vorstellen, daß ich mir diesen Betonmist nicht unbedingt länger als
zwei Sekunden ansehen würde und auch nur, falls er gerade meinen Weg
verstellt.

> Wieviel Faschistendreck man wohl haette verhindern koennen, wenn
> man das Geld in die Jugendarbeit gesteckt haette?
>
> Hat irgendwer die Hoffnung, dass dieses Mahnmal auch nur eine
> positive Wirkung haben koennte? [...]

Ich finde die ganze Veranstaltung auch ziemlich aufgeblasen und die
Diskussionen darum schienen mir, soweit ich sie in Zeitungen erwähnt
fand, - nicht ganz überraschend - teilweise sehr verkrampft.
(Insbesondere nervte mich gelegentlich - oder in letzter Zeit eigentlich
immer - die Oberbetroffene mit ihrem meines Erachtens überaus großen, an
Anmaßung grenzenden Sendungsbewußtsein und Ihrem meines Erachtens nicht
ganz selten an Verblendung grenzenden Eifer.  Ich hoffe die Frau findet
nun wieder zu einer gewissen Ausgeglichenheit und nüchterner
Objektivität zurück.  Fanatismus, auch wenn er verständliche Gründe hat,
ist kein guter Ratgeber.  Und diese Frau wirkte in letzter Zeit auf
mich, so wenig ich auch von ihr zu hören und zu lesen bekam, ziemlich
fanatisch.)


Gruß elek

 

Thema:Wer mehr arbeitet stirbt früher?Übersicht 
Datum: 7. Nov 2004, 15:33  [113197]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo Cyrion!

  Deine These, dass die 40- Stunden- Woche zu einem früheren Tod führt, halte
  ich für gewagt. Schließlich passieren die meisten Unfälle in der Freizeit.
  Weniger Freizeit = weniger Umweltbelastung, weil die Leute dann z.B. weniger
  Zeit haben, mit dem Auto spazieren zu fahren ;-)

  Naja, mal sehen, wann die Gewerkschaften die 15- Stunden- Woche mit voller
  Lohnverdoppelung fordern.

 

Thema:USA Wahl und IQÜbersicht 
Datum: 7. Nov 2004, 12:14  [113195]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hi
---
Hier eine Zusammenstellung des Wahlverhalten in den USA im vergleich zum
Durchschnittlichen IQ

http://chrisevans3d.com/files/iq.htm

uebrigens sehr interessant ist es, die links auf der Seite
weiterzuverfolgen. Da kommt man auch zu IQ im Nationenvergleich und
anderen interessanten statistischen Daten

 

Thema:Arbeiten und abkratzenÜbersicht 
Datum: 7. Nov 2004, 11:40  [113194]Start Übersicht 
Von:CyrionAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hi
---
Natuerlich war klar das nach der Feiertagsdebatte wieder aus Reihen der
Opposition und Arbeit"geber"verbaenden die 40 Stunden Woche gefordert
wird. Klar, wer laenger arbeitet und weniger Freizeit hat stirbt auch
frueher und belastet die Rentenkasse weniger. Und nebenbei soll sich
Deutschland immer mehr zu einem Exportland entwickeln, weil daran, dass
auch weniger konsumiert wird, wenn weniger Zeit dafuer da ist, denkt
scheinbar niemand oder hat eben andere Plaene.

Den wegfallenden Feiertag, wenn es den denn gegeben haette, haette ich
uebrigens zum Anlass genommen naechstemal keine Stimme mehr der SPD
zukommen zu lassen, auch nicht den direktkandidaten, und einen Aufruf zum
Konsumverzicht an diesem Tag zu starten bzw. zu unterstuetzen.

 

Thema:Re: Tod politischÜbersicht 
Datum: 7. Sep 2004, 15:54  [112969]Start Übersicht 
Von:ElekAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Gleicher Beitrag im Usenet in <de.sci.philosophie>.  Meine Antwort
erläutert, um welchen weiteren Themenkreis es geht und welche Art von
Fragen ich mit meinem initialen Beitrag angesprochen haben wollte.


Peter van Haag in news:<chk2qp$4hh$04$1@news.t-online.com>:

> [ "elek" schrieb: ]

>>  Ein schwieriges Thema zur Diskussion gestellt.

> gar nicht so schwierig, wenn man die christlich-fundamentalistischen
> Vorbehalte ausklammert.  Dann bleibt bei genauer Betrachtung lediglich
> die Verfuegung ueber eine Sache uebrig.

Das Themengebiet ist meines Erachtens voller Fragen, naemlich wenn man
es nicht nur auf den Fall beschraenkt, dass eine Patientenverfuegung
vorliegt:

    Wie ist z. B. der Fall zu behandeln, wenn sich ein
    altersdementer Mensch in einer Situation besonderer
    gesundheitlicher Belastung lebensmuede aeussert?

    Diese beispielhafte Frage ist m. E. aus verschiedenen
    nur u. a. den folgenden Gruenden nicht schlicht oder
    leicht zu beantworten:

       1. Darf man fragen, ob eine solche Aeusserung
          nur eine momentane Unmutsaeusserung ist.

       2. Darf man fragen, ob jemand der dement
          ist, seine Zukunft ueberhaupt richtig
          einschaetzen kann.

          Weiter in diesem Zusammenhang, ob eine
          Entscheidung ueber den eigenen Tod auch
          dann fuer voll zu nehmen *und durch*
          *Angehoerige oder Aerzte zu vollziehen*
          *ist* (d.h. zu toeten), wenn der Kranke
          gelegentlich anscheinend nicht mehr klar
          denkten kann und sich oft weder einiger-
          massen eindeutig noch inhaltlich konsistent
          verbal zu aeussern vermag.

Der Fall, dass eine Patientenverfuegung vorliegt, mag noch relativ
einfach erscheinen, in der Praxis sind die zu entscheidenden ethischen
und inhaltlichen Fragen verbunden mit juristischen Umstaenden, die den
Betroffenen oft auch noch unbekannt sind, m. E. jedoch recht komplex
oder wenigstens vieldeutig.

 

Thema:Sterben und sterben lassenÜbersicht 
Datum: 6. Sep 2004, 22:25  [112966]Start Übersicht 
Von:ChefkochAntwort schreiben 
Bezüge: Neue Nachricht schreiben 
Hallo Elek,

  eigentlich hätte ich ja etwas von weiter unten aufzuarbeiten (daher nur am
  Rande: Ich stimme Dir vollkommen zu, dass gerade im Gesundheitswesen die
  Ausgabenseite unbedingt beleuchtet und ggf. optimiert werden muß), aber zu
  Deinem Beitrag über Patientenverfügungen:

  Wenn ich mich nicht irre, ist Selbstmord lt. Bibel nicht erlaubt. Wenn ich
  weiter davon ausgehe, dass eine bewußt (Patientenverfügung) herbeigeführte
  Beschleunigung des Sterbens Selbstmord ist, dann ist also auch dies nach
  der Bibel nicht erlaubt. Ich wundere mich daher nicht, dass die Politiker,
  die ihren Amtseid auch gerne mit einer Hilfe Gottes untermauern dürfen (und
  hier ist natürlich der gute, weise, liebe und irgendwie putzige christliche
  Gott und nicht etwa der böse, schlimme, geradezu satanische - sagen wir mal
  - islamische Gott gemeint), natürlich ganz christlich folgern, dass man
  Patientenverfügungen eigentlich nicht so richtig ernst nehmen darf.

  Vielen Dank, liebe Kirche!

 

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